• "Why fall in love with life, if I´m gonna marry death?"

Initiative 3 : Resozialisierung

Kurzbeschreibung

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Detaillierte Beschreibung dieses Teils des Projektes

Für Jugendliche, die in einem so schwierigen und gewalttätigen Umfeld aufwachsen ist es einfach, selbst straftätig zu werden oder sich kriminellen Vereinigungen oder Banden anzuschließen. Wir wollen Jugendlichen, die in Konflikt mit dem Gesetz geraten sind (z.B. jugendliche Bandenmitgliedern) aber auch Jugendliche, die aus schwierigen familiären Situationen kommen (Straßenkinder, Prostituierte oder jugendliche Witwen) dabei unterstützen ein „normales“ Leben führen zu können. Im Rahmen dieses dritten Teils des Projektes soll den Jugendlichen eine neue Chance gegeben werden, indem ihnen eine Arbeitsmöglichkeit, psychologische Betreuung, Schulbildung, und Freizeitbeschäftigungen angeboten werden.

 

In diesem dritten Teil des Projektes geht es darum, Jugendlichen, die bereit mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, sowie auch Jugendlichen, die aus besonders schwierigen Verhältnissen kommen, eine Chance auf einen Arbeitsplatz und eine Ausbildung zu geben. Dies erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der lokalen Partnerorganisation „AMA – Asociación Manos que te Apoyan„.. Diese Organisation arbeitet bereits seit einigen Jahren mit Jugendlichen, welche nach dem Verbüßen einer Haftstrafe (meist wegen krimineller Aktivitäten als Mitglieder von Jugendbanden) wieder aus dem Gefängnis entlassen werden. Diesen Jugendlichen soll die Wiedereingliederung in die Gesellschaft erleichtert werden, da von staatlicher Seite so gut wie keine Resozialisierungsprogramme angeboten werden. Vor allem die aktuelle Regierung verfolgt im Kampf gegen die organisierte Kriminalität eher eine Strategie der Repression, dadurch werden den wenigen staatlichen Rehabilitations- und Resozialisierungsprogrammen die finanziellen Mittel gekürzt oder sie werden komplett gestrichen. Die Aufgabe der Resozialisierung ist somit fast zur Gänze in der Hand weniger NGO´s, welche jedoch auch stets mit finanziellen Problemen zu kämpfen haben. Die Zielgruppe dieser Initiative besteht also hauptsächlich aus Jugendlichen, welche nach dem Verbüßen ihrer Haftstrafe ein neues Leben beginnen wollen, dabei jedoch oft auf sich allein gestellt sind, was dazu führt, dass die Quote der entlassenen Häftlinge, welche wieder straffällig werden, sehr hoch ist. Zusätzlich zu dieser Personengruppe nimmt AMA auch andere Jugendliche in ihr Programm auf, welche nicht straffällig wurden, jedoch aufgrund prekärer Lebenssituationen an den Rande der Gesellschaft gedrängt wurden und ohne Unterstützung nicht mehr die Rückkehr in ein selbstbestimmtes Leben schaffen würden. Dazu zählen Straßenkinder, Ex-Prostituierte, sowie auch jugendliche Witwen mit Kindern, deren Freunde oder Ehemänner ermordet wurden. Voraussetzung für die Aufnahme in das Programm von AMA sind intensive Gespräche mit PsychologInnen, SozialarbeiterInnen und den KoordinatorInnen von AMA zu führen. Zusätzlich müssen die Jugendlichen sich beim Eintritt in das Programm dazu verpflichten für die Dauer ihrer Teilnahme am Programm psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. In Einzel- und Gruppengesprächen arbeiten sie traumatische Erfahrungen aus ihrer Vergangenheit auf und lernen wieder positiv auf andere Menschen zuzugehen.

Die Programme zur Wiedereingliederung in die Arbeitswelt werden schon seit einigen Jahren in Kooperation mit lokalen privaten Arbeitgebern durchgeführt. Für die zusätzlichen Aktivitäten ist AMA jedoch auf die Unterstützung externer Partner angewiesen. In diesem Jahr soll diese Aufgabe von AMIKARO übernommen werden. Die unten genannten Aktivitäten sollen mit Unterstützung von AMIKARO so wie in den letzten Jahren fortgeführt bzw. auch ausgebaut und effizienter organisiert werden, sodass sie auch in den nächsten Jahren noch möglichst selbstständig von AMA fortgeführt werden können.

 
Aktivität 1: Fortbildungen für Jugendliche

In den Fortbildungen, die zweimal pro Monat an einem Nachmittag innerhalb der Organisation stattfinden, soll ein breites Themenspektrum behandelt werden: Sexualität und Verhütung, Vertrauen, Respekt, Machismo, Geschlechterrollen, Menschenrechte. Außerdem werden in diesen Fortbildungen Gruppenarbeiten durchgeführt, im Rahmen derer die Jugendlichen lernen sollen respekt- und vertrauensvoll miteinander umzugehen.

Im Laufe des Jahres sollen 24 Workshops für je 25 Jugendliche abgehalten werden.


Aktivität 2: Exkursionen für gefährdete Jugendliche im Rahmen des Resozialisierungsprozesses


Im Laufe des Jahres sollen mit den teilnehmenden Jugendlichen mehrere Exkursionen durchgeführt werden. Durch Exkursionen können die teilnehmenden Jugendlichen der tristen Realität der Hauptstadt entfliehen und gemeinsam mit anderen Jugendlichen ihr eigenes Heimatland kennen lernen. Viele der Jugendlichen haben die Hauptstadt noch nie verlassen und kennen die kulturelle und natürliche Vielfalt des Landes nicht. Exkursionen sind somit eine gute Gelegenheit um in Interaktion mit anderen zu treten, sich gegenseitig zu unterstützen, Gemeinsames zu erleben, sich auszutauschen und zusätzlich neues über die eigene kulturelle Identität zu Lernen. Die Exkursionen sollen vier mal pro Jahr (ca. alle drei Monate) stattfinden und die Jugendlichen an verschiedene Punkte des Landes bringen. Die Exkursionen sollen von Sozialarbeitern und Psychologen begleitet werden und auch eine pädagogische Komponente enthalten, im Rahmen derer für den Resozialisierungsprozess relevante Themen behandelt werden.

Mögliche Ziele für solche Exkursionen könnten sein:

  • Tikal: Eine der wichtigsten historischen Stätten der Maya-Kultur, trotzdem können sich Guatemalteken selbst kaum einen Besuch dieser Stätte leisten.
  • Eine Exkursion könnte auch ins Gebirge im Hochland Guatemalas führen, dort ist die indigene Kultur  auch heute noch sehr lebhaft und kann hautnah erlebt werden.
  • Livingston an der Karibikküste: Hier gibt es die Möglichkeit, die Kultur einer anderen in Guatemala lebenden Minderheit, der Garifuna, kennenzulernen
  • Eine Exkursion könnte auch an die Pazifikküste führen, dort gibt es die Möglichkeit zur therapeutischen Arbeit mit Meeresschildkröten

Aktivität 3: Psychologische Betreuung

Es ist weiters wichtig, dass die Jugendlichen die Möglichkeit haben, bei Bedarf psychologische Betreuung in Anspruch zu nehmen. Zur Zeit bräuchte es eine zusätzliche Arbeitskraft, die dieses Bedürfnis der Jugendlichen befriedigen kann. AMIKARO unterstützt somit eine Part-Time Stelle für eine Psychologin oder einen Psychologen für ein Jahr. Im Laufe dieses Jahres soll versucht werden gemeinsam mit AMA für die kommenden Jahre eine andere Quelle für die Finanzierung dieser Stelle zu finden.

Aktivität 4: T-Shirts für teilnehmende Jugendliche

Zusätzlich zu den bisher genannten Aktivitäten sollen mit der Unterstützung von AMIKARO auch T-Shirts angekauft und bedruckt werden, welche die TeilnehmerInnen des Projektes dann in den nächsten Jahren vor allem bei der Arbeit in den teilnehmenden Unternehmen tragen können. Dies stärkt einerseits das Zusammengehörigkeitsgefühl der TeilnehmerInnen, trägt andererseits aber auch dazu bei, die Organisation AMA bekannter zu machen. Desweiteren ist AMA auch vielfach mit dem Problem konfrontiert, dass die teilnehmenden Jugendlichen nur über eine begrenzte Garderobe verfügen und diese nicht zur Arbeit tragen können und wollen da sie nicht riskieren möchten dass diese Kleidungsstücke beschädigt oder verschmutzt werden.

 

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