• "Why fall in love with life, if I´m gonna marry death?"

Eindrücke aus Guatemala

Mein Name ist Fabian Kostner und ich arbeite seit der Gründung AMIKARO`s (2012) aktiv in der NGO mit. Ich war im August 2014, nach drei Monaten Ecuador, für einen Monat in Guatemala und konnte mir dadurch ein eigenes Bild von der Situation vor Ort machen. Das zentralamerikanische Land ist sehr vielseitig und noch sehr von der indigenen Bevölkerung geprägt.

Die Maya-Kultur ist also noch sehr präsent im Leben vieler Guatemalteken. Ich hatte, dank AMIKARO, die Möglichkeit mich mit Menschen zu unterhalten, mit denen man während einer Individualreise eigentlich nicht ins Gespräch kommen würde: Ob mit einem Jugendarbeiter aus Guatemala City, einem Jugendorganisationsleiter in den marginalisierten Vierteln (Slums) der Stadt oder direkt mit einem Häftling im Gefängnis von Pavòn. Sie erzählten mir vom Leben in den Slums und der täglichen Kriminalität die sie umgibt. Darunter sind teilweise so erschreckende Dinge, dass man sich diese gar nicht erst vorstellen kann. Viele Menschen leben also in einem dauerhaften Angstzustand. Doch einige, vor allem Jugendliche, zeigen einen starken Willen und haben den Glauben und die Kraft etwas ändern zu können. Ihr Ziel ist es durch Feste, Veranstaltungen und Jugend- Kulturarbeit wieder Freude auf die Straßen zu bringen und für die Jugendlichen vor Ort wieder ein sicheres Umfeld zu schaffen. AMIKARO unterstützt die engagierten Jugendlichen und organisiert und hilft bei verschiedenen Veranstaltungen mit. Dadurch soll eben ein Gefühl der Solidarität und des Zusammenhalts entwickelt werden.

Das Projekt "Tejiendo Realidades" von AMIKARO, welches im Gefängnis von Pavòn im Gange ist, ist ein sehr interessantes und ausdauerndes Projekt. Dabei geht es darum, den Häftlingen Workshops anzubieten mit welchen sie sich eine aussichtsreichere Zukunft ermöglichen können. Um viele verschiedene Kurse anbieten zu können, wurde die "Pavòn Crew" ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um eine bunte Mischung aus einfachen Straßenkünstlern und Jugendarbeitern, die ebenfalls aus den marginalisierten Vierteln der Stadt kommen und etwas in Guatemala bewegen wollen. Auf den Programm stehen Rap, Breakdance, Musik, Malen, Handarbeit, Theater spielen und Sport. Für das letztere war ich zuständig. Ich habe mir einfach ein paar Bälle geschnappt und mich mit den Insassen beim Fußballspielen ausgetobt.„wink“-Emoticon Schon am ersten Tag hat man gesehen, dass dieses Projekt vielen Häftlingen den Gefängnisalltag und die Frage danach, was sie in der Zukunft aus sich machen können, erleichtert. Mittlerweile steht bereits ein eigener Raum für AMIKARO im Gefängnis von Pavòn zur Verfügung , wo dann alle weiteren Projekte und Ideen für die Zukunft entstehen und ausgearbeitet werden können.


Am 12. August war der internationale Tag der Jugend und die Organisation "Jovenes por la vida", welche auch von AMIKARO unterstützt wird, veranstaltete ein Fest für die Jugendlichen. Es wurde ein "Marsch der Freude" durch die Straßen der gefährlichen Slums von Guatemala City gemacht um die Leute aufzufordern, dass sie ohne Furcht und mit viel Freude und Mut wieder auf die Straßen gehen sollen. Dutzende Anhänger begleiteten den Marsch mit Musik, Tanz und viel Lebensfreude. Es war ein sehr schönes Gefühl mit diesen Menschen durch die Straßen zu ziehen. Während des Marsches vergaß ich vollkommen, wo ich mich eigentlich gerade befinde und dass ich möglicherweise gerade von einigen Gangmitgliedern beobachtet werde. Doch mir wurde die Angst genommen und ich konnte das Fest bis zum Ende in vollen Zügen genießen. Durch solche Aktionen versuchen engagierte Menschen in Guatemala City etwas zu bewegen und einen besseren, sozialeren und sicheren Ort, vielleicht nicht für sie, aber für die nachfolgenden Generationen zu schaffen.

>>> Fotoalbum: Tag der Jugend <<<


Abschließend möchte ich sagen, dass Guatemala ein faszinierendes Land mit sehr gastfreundlichen Menschen ist. Leider werden viele in die Armut und Gewalt hineingeboren und kommen meist nie aus diesem Umfeld heraus. Deshalb ist die unermüdliche Arbeit von AMIKARO und den anderen Jugendorganisationen in Guatemala umso wichtiger, um ein Gefühl der Solidarität, des Friedens und des Zusammenhalts zu entwickeln.