• "Why fall in love with life, if I´m gonna marry death?"

Das Innenleben und die Workshops im Gefängnis

fabi deporteHeute, am 7. August 2014, haben die von Amikaro organisierten sog. „Talleres“ (Workshops) im Gefängnis in Guatemala City begonnen. Das Ziel dieser Workshops ist es, den Häftlingen, vor allem Jugendlichen, eine neue, nicht kriminelle Zukunft zu ermöglichen. Ich durfte die künstlerische Gruppe, die großteils auch aus Armenvierteln stammenden Personen besteht, begleiten, mir ein Bild vom Leben im Gefängnis machen und auch selbst mit den Häftlingen arbeiten.

 

 

Bevor ich meinen Fuß in das Gefängnis setzte, hatte ich ein mulmiges Gefühl und auch die ersten Minuten drinnen war ich sehr angespannt.

Es kam mir aber nicht wirklich vor, dass ich mich in einem Gefängnis befinde, da sich alle „frei“ bewegten und viele einer ganz normalen Beschäftigung wie im normalen Leben nachgehen. Es ist so als ob man durch ein kleines Dorf gehen würde. Es gibt Restaurants, Schneidereien, Tischlereien...die Häftlinge besitzen Boxen, Handys, Fernseher, Werkzeuge, eigene Kleidung, ja sogar Macheten in der Fleischerei. Auch Marihuana rauchende Insassen sind keine Seltenheit. Und Wachen bekommt man auch so gut wie gar keine im Inneren zu sehen, das Gefängnis wird buchstäblich von den Häftlingen selbst geleitet. Es ist wirklich erstaunlich was es alles gibt. Da stellt sich natürlich die Frage wie all diese Dinge in ein Gefängnis gelangen können. Nun ja, ich glaube das Wort Korruption erklärt einiges... Jedenfalls verflog meine „Angst“ als wir nach einem gutem Frühstuck von den Häftlingen mit den Workshops anfingen. Ich begann mich zwischen den Hunderten Häftlingen sogar wohl zu fühlen als die ersten anfingen zu rappen und zu breakdancen. Was mich sehr positiv überrascht hat, war das Interesse und die Beteiligungslust der Personen. Zahlreiche schrieben sich für die 6 Monate dauernden Workshops ein, darunter Rap, Breakdance, Theater, Artesania (Kunsthandwerk), Malabares (Jonglieren) und Kunst. Man konnte sehen, dass sie diese einmalige Chance ergreifen wollen und etwas für die Zukunft lernen wollen um ein neues Leben nach dem Gefängnis zu beginnen. Den restlichen Tag wurde getanzt, gerapt, gezeichnet, jongliert und natürlich Fußball gespielt!;) DSC00027Am Ende dieses gelungenden Tages konnte vielen Jugendlichen veranschaulicht werden, wie sie eine Zukunft frei von Gewalt leben könnten. Es war wirklich eine sehr berreichernde und schöne Erfahrung dieses Projekt begleiten zu dürfen, zu sehen welches Potenzial in den Jugendlichen steckt und was man alles fördern und erreichen kann. Gleichzeitig kann mit diesem Projekt in zwei verschiedenen Gruppen von bedürftigen Menschen geholfen werden, den Häftlingen und den aus den Armenviertlen stammenden Künstlern.

Fabian, 20